Fünfter Tag…

.. ohne meinen Gurki-PeeWee. Und dieser Tag begann wie jeder Tag in dieser Woche, ich bin immer noch innerlich tieftraurig, aber das Leben muss ja weitergehen.
Noch immer verbiet ich mir intensiv an ihn zu denken, doch ich versuch mich schon daran seine Fotos durchzusehen. Aber denken darf ich trotzdem nicht dabei. Hab ich letztens gesagt, man soll nicht hinterfragen, ob sowas nun fair oder gerecht oder auch nur irgendwie verdient ist?! Naja, ich korrigier die Aussage mal: man tut es trotzdem. Aber man sollte diese Gedanken nicht Herr werden lassen über sich, sonst funktioniert gar nichts mehr.

Ich hab kein neues Foto von PeeWee hochgeladen, mir fehlt gerade der kreative Ansporn, die Intuition, was ich wie machen könnte: eine Manipulation, eine Montage.. Ideen flitzen in Gedankenfetzenform durch mein Hirn, aber ich krieg sie (noch) nicht zusammen. Vielleicht dauert das ja auch wieder ein Jahr.

Jedenfalls hab ich die Seite über meine Mitbewohner „geupdated“: sie enthält jetzt auch meine Sternenkinder Fienchen, Selvyn und PeeWee. Schon ein unguter Gedanke, wenn ich so überlege, dass ich in den letzten drei Jahren je eine Katze hab gehen lassen müssen.
Auch wenn man hier schon eine Regelmäßigkeit entdecken könnte (wenn man will), man gewöhnt sich KEINESFALLS daran. Es gibt für einen Menschen, der mit Tieren zusammenlebt, nichts Schlimmeres als es auf seinem letzten Gang zu begleiten. Egal, ob das Tier uralt oder noch jung ist oder schwer krank. Es von seinen (unheilbaren) Leiden zu erlösen, das ist der einzige Grund, der der dann zählt.
Ich bin am vergangenen Sonntag wie in Trance zur Klinik gefahren, weil ich PeeWee auf Wiedersehen sagen wollte.. weil ich ihn in seinen letzten Minuten nicht allein lassen wollte. Ich wollte, dass er merkt, dass er nicht allein ist. Trost spenden.. oder so.

Ich hab für einen Moment den Gedanken gehabt, dass es leichter für mich ist, wenn ich nicht dabei bin.. aber der Moment war so kurz bzw. das erschien mir als so falsch.. Vermutlich hätte ich mir ewig Vorwürfe gemacht, dass ich die Verantwortung für meinen PeeWee bis zu Letzt nicht getragen hätte. Es war schwer.. es war unbeschreiblich schwer.. und ich gestehe, ich hatte auch ein wenig Angst vor dem Weg zur Klinik, da ich selbst mit dem Auto hingefahren bin. Aber irgendwie hab ich es heil dorthin geschafft.

Mir schoss es in den letzten Minuten in den Kopf, dass PeeWee vielleicht ja doch noch eine Chance hätte… dieses verzweifelte Klammern an einen Traum, an ein Wunder. Doch wie lange hätte ich es noch rauszögern dürfen?! Eine Heilungschance war nicht in Sicht, nicht mal eine Chance auf Besserung. Es wäre reiner Egoismus gewesen, wenn ich meinetwegen gesagt hätte, ich geb ihm noch mehr Zeit. Das wäre nur noch mehr Zeit gewesen, in der sich sein Zustand noch mehr verschlimmert hätte. Und – ich will jetzt eigentlich nicht sagen „GottseiDank“ – GottseiDank haben wir Menschen die Möglichkeit das Leiden unserer Tiere zu verkürzen.

Bittere Gedanken.

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