Vermutlich Melanom

Wer viele Tiere hat, der hat auch ein höheres Risiko, dass die Tiere erkranken, vor allem, wenn sie dann älter werden  – hab ich mir sagen lassen.

Ist wohl was dran, denn vor 2,5 Wochen hab ich den Grim angeschaut und gedacht „irgendwie sieht der schief aus“. Beim zweiten Mal Gucken hab ich dann entdeckt, dass er eine Beule an der Schnauze hat. Genauer hingeschaut: am Zahnfleisch des Oberkiefers, kurz hinterm rechten Caninus oberhalb der Prämolaren war eine Beule vom Durchmesser eines Golfballs.

Es war natürlich Freitag Abend und das ganze Wochenende hab ich überlegt, ob ich die Beule vorher einfach nicht bemerkt hab oder ob sie so plötzlich aufgetaucht ist. Mittlerweile bin ich der festen Überzeugung, dass sie so plötzlich aufgetaucht ist.

Am Montag sind wir direkt zum TA gefahren. Dieser meinte nach Angucken, das sei seiner Erfahrung nach aller Wahrscheinlichkeit ein Plattenepithelkarzinom.. Zur OP würde er nicht raten, weil am Oberkiefer auch nicht genügend Raum sei, dass man das tumoröse Gewebe ausreichend großzügig entfernen könne. Außerdem sei der Grim ja auch schon fast 11 Jahre.
Sein Fazit:  Abwarten bis es irgendwann nicht mehr geht.
Mein Fazit: Zu unbefriedigend, zu ungenau als Prognose. Ich will wissen, was das ist, was es für Möglichkeiten gäbe und was tatsächlich realistisch ist.
Am Donnerstag hat meine THP sich den Grim nochmal angeschaut und ebenfalls gemeint, sie würde das mal von Fachleuten begutachten lassen.
Dank Nana aus der Pfotographie hab ich dann von der onkologischen Sprechstunde an der TiHo erfahren. Gleich angerufen. Nächster freier Termin in der chirurgischen Sprechstunde am 3.2.; die onkologische Sprechstunde sei noch weiter im Voraus ausgebucht. Die Onkologen würden dann hinzugezogen.

Am Wochenende dann der nächste Schock: der Tumor blutet und morgens sahen die Hundematratzen aus wie aus dem Schlachthof. Vom Ausmaß her hatte sich der Tumor mittlerweile fast verdoppelt und wuchs „nach unten“. Also am Mo direkt einen neuen Termin gemacht bei einer TA Praxis außerhalb von Hannover, die Bine mir empfohlen hatte. Der Ta ist Fachtierarzt für Chirurgie und Kleintiere und begutachtete den Grim, holte dann seinen „Budras“ und erklärte mir alles.

Wie man weiter untersuchen kann, was man gegebenenfalls machen kann und worauf zu achten ist (anatomisch). Auch er meinte, es sei wohl ein maligner Tumor, vielleicht Melanom (schwarze Verfärbung), vielleicht auch Fibrosarkom oder Plattenepithelkarzinom.

Am letzten Donnerstag folgte dann das „tumor staging“ an der TiHo.
Allgemeinuntersuchung, Blutuntersuchung, Röntgen, Ultraschall, Punktion & Cytologische Untersuchung des Tumors, der anderen kleinen „Gnubbel“ und der Lymphknoten.

Allgemeinuntersuchung: unauffällig, eventuell ein leichtes Herzgeräusch, wobei das nicht bestätigt wurde
Blutbild: leicht anämisch (aber er blutet ja auch kontinuierlich, wieviel genau kann ich nicht sagen, da er auch einen Großteil wohl einfach runterschluckt), leichte Erhöhung der Anzahl Eosinophiler -> sollte ich mal entwurmen, ansonsten unauffällig
Röntgen: Abdomen/Thorax – keine Metastasen zu erkennen, leichte Spondylose im Wirbelbereich, aber auch nichts Besonderes bei Hunden in dem Alter, leichte Kalk(?)Ablagerungen in der Harnblasenwand, aufgegaster Magen mit Frolic^^ (aufgegast wohl durch Aufregung, Hecheln und Abschlucken von Luft beim Abschlecken.. schlabbert sich ja kontinuierlich ab, wenn er wieder „getropft“ hat)
Ultraschall: keine Auffälligkeiten außer eben wieder die Ablagerungen in der Harnblase
Punktion/Untersuchung Gewebeausstrich:
1. Haupttumor: hochmaligner, nicht klar auszudifferenzierender Tumor, möglicherweise Melanom
2. Gnubbel am Hals: nicht ausdifferenzierbar
3. Gnubbel am Vorderbein: Melanom
4. Gnubbel am Abdomen: Lipom
2-4 hat er aber schon seit Ewigkeiten, selbst das Melanom wächst nicht, könnte aber der Ursprung für den Tumor am Kiefer sein.
5. Lymphknoten:  waren nicht richtig getroffen, deswegen gab es auch kein Ergebnis. Sind aber unverändert und folglich nicht aktiv. Ob hier schon tumoröse Zellen auf dem Weg der Metastasierung unterwegs sind, kann also nicht gesagt werden.

Röntgenbild (Kopf): der Kieferknochen scheint noch nicht betroffen zu sein. Klare Aussage darüber gäbe es aber nur über ein CT.

Weiteres Vorgehen:
Da es wichtig ist zu wissen, welcher Art der Tumor ist, damit eine entsprechende Behandlung (oder eben auch nicht…) gewählt werden kann, muss eine Biopsie unter Narkose gemacht werden. Da Grim dann eh in Narkose wäre, raten die Onkologen, dass auch gleich das CT und eine Zahnsanierung gemacht werden. Letztere bezweckt, dass die Maulflora eingedämmt wird, so dass die Infektionsgefahr bei einer OP gering gehalten wird (-> besserer Immunstatus). Ebenso sei das wichtig bei einer Radiotherapie.

Heute wäre eventuell ganz vielleicht ein Termin dafür frei gewesen; seit gestern weiß ich jedoch, dass es heute doch keinen freien Termin gibt. Der nächste freie Termin war am 11.02. – für mich viel zu weit weg, deswegen hab ich nochmals darauf gedrängt, einen früheren Termin zu bekommen. Die behandelnde TÄ hat auch prompt 5 Minuten später angerufen und mir einen Termin am 10.2. gegeben, da jemand abgesagt hätte. Und falls noch einer früher frei wird, steht Grim auch an erster Stelle. Schließlich wächst der Tumor ja und hat mittlerweile Tennisballgröße.

Dem Grim geht es erstaunlich gut (toitoitoi). Nach dem langen TiHo-Besuch am Donnerstag blutete der Tumor ganz schön lange nach, aber mittlerweile ist das Dauerbluten weniger geworden – nur wenn er gefressen hat, ist es wieder stärker.
Das ganze Prozedere hat er übrigens total tapfer über sich ergehen lassen. Bei den Punktierungen nicht mal mit der Wimper gezuckt. Nur das Röntgen war doof: still liegen bleiben auf dem kalten, harten Tisch, ausgestreckt – nee, das ist wirklich nicht sein Ding. Aber immerhin hat er einige Frolics abgestaubt, das fand er toll.

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